4-Tages-Trekkingtour durch den Pfälzer Wald

Seit ein paar Jahren gibt es im Pfälzer Wald Trekking-Plätze für all diejenigen, die nicht auf einem Campingplatz übernachten wollen und sich auch an das Verbot des Wildcampens halten. Die Koordinaten der Plätze gibt es bei Buchung. Dort findet man dann einigermaßen ebene zum Zelten geeignete Flächen, ein Klohäuschen (mit Kalk) und mind. eine Feuerstelle. Wenn man Glück hat, ist auch trockenes Holz vorrätig. Durch diese Trekkingplätze sind wir überhaupt erst auf den Pfälzer Wald gekommen und wir waren wirklich beeindruckt von der Schönheit der Natur dort! Vier Tage raus aus dem Alltag – mitten in eine andere Welt und einfach abschalten. Grandios!
Die folgenden Ortsangaben orientieren sich an den nächstgelegenen Ortschaften und sind daher nicht besonders genau. Sie dienen lediglich der groben Orientierung. Den Bericht haben netterweise Arkos und Chili für uns geschrieben. Wir mussten nur ein paar Daten ergänzen.

Tag 1 – von Bethof nach Lindelbrunn (zu Platz 02)

Herrchen und Frauchen liefen schon den ganzen Tag durch die Wohnung und packten Dinge in ihre Rucksäcke. Sie nahmen unsere Geschirre und die Leinen, die wir immer beim Wandern tragen, und räumten alles ins Auto. Sie hatten schon am Vorabend mit allerlei Vorbereitungen begonnen und waren sehr geschäftig. Wir fragten uns natürlich, was passieren würde und dann ging es los: Wir wurden ins Auto gepackt und fuhren erstmal ein gutes Stückchen mit dem Auto. Dann stiegen wir aus und wurden angespannt. Herrchen und Frauchen schulterten ihr Rucksäcke und eine Tour begann, wie wir sie nie vorher gemacht hatten. Vier Nächte verbrachten wir im Freien, immer woanders, immer gemeinsam im Zelt.PWSW201506_02Am ersten Tag liefen wir aber gar nicht so lange. Schnell hatten wir den letzten Aufstieg erreicht, der uns wohl zu einem Trekkingplatz führen sollte. PWSW201506_03Allerdings fanden die Menschen die Abzweigung zu diesem Platz 02 nicht sofort und so mussten wir kurz warten, bis die Menschen sich wieder orientiert hatten. PWSW201506_04 Dann hatten sie die Abzweigung gefunden und wir folgten einem schmalen Weg, an dessen Ende die Menschen recht unvermittelt stehen blieben, sich kurz umschauten, uns dann anbanden und begannen ein Zelt aufzubauen. Etwas verdutzt kuckten wir ihnen zu.PWSW201506_05

PWSW201506_06Ich, Chili, habe gelich begriffen: Das ist jetzt unser Revier. Also habe ich alles aufmerksam beobachtet und aufgepasst, dass niemand unserem Rastplatz zu nahe kam. Allerdings kamen wirklich Menschen, die auch blieben, und die habe ich dann, nachdem ich ihnen gesagt hatte, dass wir zuerst da gewesen waren, auch akzeptiert.PWSW201506_07Ich musste mich ja schließlich auch Wichtigerem zuwenden: Dem Kuscheln und dem Körperkontakt mit meinem Hundefreund und meinen Menschenfreunden.PWSW201506_08PWSW201506_09Anmerkungen der Menschen: Wir begannen mit gemütlichen 7 km Strecke, u.a. weil wir an den Tag einfach nicht früher loskamen.

Tag 2 – Von Lindelbrunn nach Leinsweiler (von Platz 02 zu Platz 03)

Es platscht monoton auf unser Zeltdach. Während Herrchen und Frauchen im Zelt frühstücken, nutzen wir die Zeit um noch ein bisschen zu dösen und zu schlafen.PWSW201506_09 PWSW201506_10 PWSW201506_11Dann müssen wir aber raus ins kalte Nass. Herrchen und Frauchen müssen unser nasses Zelt abbauen und danach sehen, dass unsere Habseligkeiten nicht nass werden. Wir stehen derweil neben ihnen und kucken ihnen zu. Irgendwann setzen wir uns in Bewegung. Wir werden immer nasser und nasser, aber uns Hunde stört das ja nicht so. Immerhin ist es schön kühl zum Laufen, das finde vor allem ich, Arkos, viel besser als prallen Sonnenschein. Irgendwann machen unsere Menschen eine erste Rast und wir finden, dass wir die Nüsschen genauso verdient haben wie sie.PWSW201506_12Nach weiteren Metern und Stunden durch den Regen (wer hat schon ein genaues Gefühl für Zeit bei so einer Wanderung?), passieren wir eine nasse Holzbrücke und ehe wir uns versehen, werden wir von Herrchen und Frauchen mit in eine Burgschänke genommen: Es ist warm und trocken. Ein Kaminfeuer brennt. Hier können wir uns ausruhen.

Dann machen wir uns wieder auf den Weg. Herrchen und Frauchen haben inzwischen ihre Wasserflaschen wieder aufgefüllt und der Regen gibt auch erstmal Ruhe.PWSW201506_15Sogar die Sonne bricht irgendwann durch und Frauchen findet, dass die Sonne tolle Schatten-und-Licht-Muster auf den Waldboden wirft. Wir interessieren uns ja mehr für die Hunde, die schon seit geraumer Zeit von der Bergspitze zu uns herabbellen. PWSW201506_16 Irgendwann sind wir oben bei der Burg von den Hunden, die uns lieber nicht da hätten, angekommen. Frauchen sagt, die Burg heißt Madenburg. Wir kamen jedenfalls mit den fremden Hunden überein, dass wir alle leise sind, solange wir mit Frauchen im Vorhof der geschlossenen Burg bleiben. So konnte sie ein paar hübsche Fotos von uns als Burgfräulein und Hofnarr machen.PWSW201506_17PWSW201506_18Und schon wieder liefen wir weiter. Mittlerweile wurde die Sache dann doch leicht anstrengend und die Aussicht, dass wir noch auf den Berg in unserem Rücken krackseln sollten, war auch nicht unbedingt motivierend. Wir waren doch nun schon zwei Berge hoch und wieder runtergelaufen.PWSW201506_19Glücklicherweise beschlossen Herrchen und Frauchen erstmal an einer schönen Stelle an einer Quelle mit Kneippbecken und schönen Blumen Rast zu machen. Eine willkommene Pause.

Dann wagten wir uns an den Aufstieg und hatten es irgendwann geschafft. Eine tolle Aussicht tat sich vor uns auf! Aussicht ist ja auch für uns Hunde etwas unglaublich Spannendes.

Doch wir mussten irgendwann wieder runter und da standen wir wieder vor ihr, der Treppe, die wir schon kaum hochlaufen konnten und wollten. Herrchen bot sich glücklicherweise als Träger an, wir hätten sonst wohl für immer dort oben bleiben müssen.PWSW201506_28Dann ging es alles wieder bergab und irgendwann erreichten wir einen Weg, da merkten wir schon, dass Herrchen und Frauchen etwas unruhig wurden: Wir mussten uns dem Ziel nähern. Aber erst hat Frauchen noch ein Foto von der Sonne, die in den Wald schien, gemacht.PWSW201506_29Dann waren wir angekommen und während Herrchen das Zelt aufbaute, bespaßte uns Frauchen mit einer kleinen Fotosession, für die es einige Leckerein gab!PWSW201506_30PWSW201506_31Anmerkungen der Menschen: Einer der anspruchsvollsten Tage mit circa 23 km Strecke und 900m Abstieg und Aufstieg. Dazu den kompletten Vormittag Regen.

Tag 3 – von Leinsweiler nach Eußerthal (von Platz 03 zu Platz 05)

Den Tag begannen wir recht gemütlich. Wir schliefen alle lang und dann hatten wir viel Zeit für uns, während  Herrchen und Frauchen wieder in aller Ruhe alles zusammenm packten. Dann spazierten wir wieder los und liefen wir wieder viel bergauf. Auf dem Weg gab es wohl tolle Felsen und eine schöne Burg zu sehen. Wir interessierten uns ja mehr für das Wild und andere Düfte des Waldes.

Dann liefen wir wieder ganz viel bergab und passierten schließlich eine große Ortschaft. Durch so eine große Ortschaft sind wir hinterher nicht mehr gekommen. Frauchen fand ja, dass dieses Anssweiler ein schöner Ort ist – auch wenn sie sich gleichzeitig freute wieder mehr in die Natur und den Wald zu kommen. Wir hätten jedenfalls gerne viel ausgiebiger die Duftmarken in dem Ort beschnuppert.PWSW201506_35Ihr könnt es sicherlich schon erraten: Danach ging es wieder richtig bergauf! Immer höher und immer höher ging es! Und oben angekommen auf dem Krappenfelsen konnten wir dann im Halbschatten auf einem Holzvorsprung dösen. Der Wald duftete herrlich. Das hat sogar Frauchen gemerkt, wie lecker es duftet. Nach Kiefernnadeln, hat sie gesagt. Mag sein, wir haben da viel mehr gerochen.PWSW201506_37

Auf dem weiteren Weg sind wir an vielen tollen Quellen vorbeigekommen: Hier konnten wir uns kühle Beine holen und leckeres Wasser schlürfen! Fantastich. Herrchen und Frauchen haben das tolle Wasser sogar in ihren bunten Flaschen mitgenommen. So konnten wir noch viel später von dem Wasser trinken, obwohl wir schon längst weit weg waren von den Quellen.PWSW201506_40Dann stiegen wir wieder ab und anschließend wieder auf nur um gleich wieder runter zu laufen. Am Ende gab es eine tolle Aussicht für Herrchen und Frauchen und spannende Wiesen zur Seite unseres Weges für uns. Witzige Figuren und die Chance Leckerchen zu verdienen, gab es auch. PWSW201506_41 PWSW201506_42Tja, und als ob wir nich schon genug hoch und runter gelaufen wären: Wir sind dann nochmal ganz viel hochgelaufen. Und ganz oben, haben Herrchen und Frauchen dann unser Lager aufgeschlagen: Sie haben Feuer gemacht, Essen gekocht, bzw. verteilt und das Zelt aufgebaut. Wir haben uns recht schnell in die Nähe des wärmenden Feuers zu Füßemn von Herrchen und Frauchen gelegt und uns ne ordentliche Mütze Schlaf gegönnt.

Anmerkungen der Menschen: circa 20 km Strecke mit 1000m Aufstieg und 1100m Abstieg. Dafür der für uns schönste Trekkingplatz am Ende der Tour.

Tag 4 – Vom Eußerthal zum Modenhof (von Platz 05 zu 06)

Am nächsten Tag durften wir wieder den ganzen Berg runterlaufen und unten gab es erstmal eine Erfrischung im Bach. Dann sind wir gelaufen und gelaufen, an einem großen weißen Schäferhund vorbei. Der hatte ein langes Grundstück und wollte nicht, dass wir dran vorbeilaufen. Aber wir haben dem dann mal ordentlich unsere Meinung dazu gesagt! Allerdings wollten das wiederum Herrchen und Frauchen nicht. Menschen sind manchmal schon komisch. A propos komische Menschen: Wir musstendenen ja meistens beim Laufen helfen. Nur dass wir lieber bergab geholfen und gezogen haben, als bergauf. Die Menschen hätten es wohl lieber andersrum gehabt. Aber das war uns dann doch dezenz zu doof.PWSW201506_47Wir sind noch einiges gelaufen an dem Vormittag und nach einem langen Abstieg durften wir uns dann in einer Gaststätte in den Schatten auf kühlen Boden legen. Wir haben die Zeit gleich genutzt um zu regenerieren und uns zu erholen. PWSW201506_48 PWSW201506_49Dann ging es wieder bergauf. Ganz lang. Am Anfang des langen Aufstiegs kamen wir an einer Bank vorbei, auf der das Zeichen gemalt war, dem die Menschen meistens gefolgt sind. Da gab es dann wieder einen Job für uns und Leckerchen nach getaner Arbeit.PWSW201506_50Nachdem wir dann Ewigkeiten bergauf gelaufen sind, kamen wir an einem sonnenbeschienenen Felsvorsprung an. Nachdem wir zusammen die tolle Aussicht genossen hatten, beschlossen wir ein Päuschen in der Sonne zu machen. Auch die Menschen haben mit uns gedöst. Das taten die sonst nie, wenn wir Pause gemacht haben. Sonst waren sie immer zu beschäftigt. Aber da jedenfalls haben wir eine tolle Ruhepause gemacht. Allerdings hab ich, Arkos, die lieber etwas schattiger verbracht, als der bekloppte Rest, der mitten in der Sonne lag.

Dann sind wir wieder ganz viel bergab gelaufen. Es gab wieder tolle Ausblicke und eine Burgruine für Herrchen und Frauchen. Für uns gab es viele tolle Düfte und Bewegungen im Wald. Die Wege waren angenehm weich, die Luft war warm, aber der Weg verlief meist schattig. Und Frauchen schwärmte wieder vom Geruch der Kiefernadeln.

Irgendwann wurde der Weg immer anstrengender. Wir hatten fast schon den Eindruck, dass wir nie ankämen. Aber dann kamen wir doch noch an und durften durch die Gegend springen und toben. Durch einen Bach und die Wiese, mit Stöckchen und ohne. Das erste Mal seit Langen wieder die Möglichkeit miteinander zu toben! Das war vielleicht super.PWSW201506_58Für Frauchens Kamera waren wir allerdings für die Lichtverhältnisse viel zu schnell unterwegs. Aber egal, man sieht, wie viel Spaß wir hatten, oder? Irgendwann mussten wir aber einsehen, dass wir uns vielleicht doch mal ein kleines Päuschen gönnen sollten.PWSW201506_59Und ehe wir uns versahen, waren uns auch schon die Äuglein zugefallen und der Kopf war so schwer geworden.PWSW201506_60Anmerkungen der Menschen: Wieder circa 20km Strecke mit 1100m Anstieg und 1000m Abstieg.

Tag 5 – vom Modenhof zur Kropsburg (von Platz 06 zum Abholort)

Am nächsten Morgen standen wir wieder früh auf. Herrchen und Frauchen redeten irgendwas von einer Uhrzeit zu der wir an einem bestimmten Punkt sein mussten. Aber erstmal gab es natürlich ein Früchstück an unserem schönen Übernachtungsplatz direkt am Wasser.PWSW201506_62Dann ging es los, wie üblich: Wir liefen und liefen, hoch und runter, über Stock und Stein. Zwischendrin durften wir uns immer mal wieder ein paar Leckerchen verdienen.PWSW201506_63An diesem Tag kamen wir an ganz vielen Wasserläufen vorbei. Sonst ja eher nur an Quellen. Aber an diesem Tag an viel fließendem Wasser. Das war aber auch nötig, so warm wie es an diesem Tag war. Aber im Wasser konnten wir uns immer wieder abkühlen! Einfach herrlich.

PWSW201506_68Irgendwann führte der Weg allerdings weg vom Wasser und etwas länger durch die pralle Sonne. Am Ende kamen wir in einer Gaststätte an. Diese war wohl unser Endpunkt, zumindest saßen Herrchen und Frauchen sehr lange dort. Wir haben derweil toter Hund gespielt – und tun es auch heute (einen Tag drauf) noch.

Anmerkungen der Menschen: Wir ließen uns abholen und zum Ausgangspunkt zurückfahren. Bis zum Abholpunkt waren wir circa 14km mit 350m Anstieg, und 500m Abstieg gelaufen. Insgesamt macht das eine Tour mit circa 84km Strecke mit 3350 überwundenen Höhenmetern Aufstieg und 3500m Abstieg.